Photogrammetrische Erfassung einer Karosserie

Geodätisches Kolloquium 2014 an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt

21.11.2014 | Meldung
UTM in Bayern, was geht uns das an? Herausforderungen durch den Bezugssystemwechsel

Entgegen des provokanten Titels des diesjährigen Geodätischen Kolloquiums an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt bewiesen die ca. 125 Teilnehmer der Veranstaltung, dass der in Bayern bevorstehende Bezugssystemwechsel sie sehr wohl etwas angeht.

Zu Beginn stellte Prof. Dr. Stefan Knoblach, der seit März 2014 Professor für Vermessungskunde und Ingenieurvermessung im Studiengang Vermessung und Geoinformatik ist, das momentane Bezugssystem in Bayern DHDN/GK dem künftigen Bezugssystem ETRS89/UTM gegenüber. Im Anschluss präsentierte Herr Clemens Glock, Leiter der Projektgruppe „KanU“ (Kataster nach UTM) am Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in München, die bayerische Strategie zum Wechsel des Bezugssystems. Die Umformung des Liegenschaftskatasters wird in Bayern als Ausgleichung nach dem Ortra-Ansatz erfolgen. Für die Transformation der Fachdaten der Kunden wird eine NTv2-Gitterdatei bereitgestellt. Ein möglicher Umstellungszeitpunkt wird für den Winter 2016/17 prognostiziert. Herr Vetter vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Hersbruck, der seit 25 Jahren im Bereich von Festpunktnetz-Analyse und GPS-Messung tätig ist, stellte anschließend den Praxisnachweis für die bayerische Überführungsstrategie vor.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde die Anwendersicht beleuchtet. Herr Oliver Schmechtig vom IGVB referierte über die Konsequenzen und Auswirkungen für die Nutzer. Die Anwendersicht wurde durch den Vortrag von Herrn Martin Rabich abgerundet. Herr Rabich ist am Amt für Vermessung und Geoinformation der Stadt Kassel für das Geodatenmanagement zuständig. Da in Hessen der Übergang nach UTM bereits vollzogen wurde, konnte er aus eigener Erfahrung über die Durchführung der Transformation, das Handling von Geobasis- und kommunalen Fachdaten sowie über die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse sehr anschaulich berichten.

Fester Bestandteil des Geodätischen Kolloquiums ist die Würdigung herausragender Studienleistungen von Absolventen des Studiengangs Vermessung und Geoinformatik (FHWS). In diesem Jahr honorierte der DVW den Jahrgangsbesten Jonathan Heinze mit dem Harbert-Buchpreis. Die Bayerische Vermessungsverwaltung prämierte die Bachelorarbeit von Herrn Martin Spielberger mit dem Thema „Erstellung einer Bestandsdokumentation für die Mainschleifenbahn“. Die Auszeichnung durch den VDV wurde an Herrn Roman Schüßler für die Arbeit mit dem Titel „Dokumentation eines Erdstalls mit terrestrischem Laserscanning“ vergeben. Erstmalig im Rahmen des Geodätischen Kolloquiums erfolgte eine Prämierung durch die Ländliche Entwicklung. Ausgezeichnet wurden die Bachelorarbeiten von Frau Vivian Götz („Entwicklungsvorteile durch Dorferneuerung und Flurneuordnung“) und Herrn Björn von Förster („Bewältigung des demografischen Wandels durch Dorferneuerung“).

Das Geodätische Kolloquium als eine Gemeinschaftsveranstaltung des Studiengangs Vermessung und Geoinformatik (FHWS) und der Verbänden (DVW Bayern, VDV und IGVB) erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit, was die jährlichen Teilnehmerzahlen belegen.

Prof. Dr. Daniela Wenzel (FHWS)